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Publiziert: 15. Juni 2017
 
Künstliche Intelligenz verändert SEO
Seit Google seine künstliche Intelligenz RankBrain für das Evaluieren der relevantesten Inhalte nutzt, verlieren allgemeine Ranking-Faktoren an Bedeutung. Nicht mehr das einzelne Keyword ist entscheidend, sondern der Kontext der Suchanfrage. Für gute Platzierungen sorgen heute relevanter Content, technische Faktoren sowie eine lange Aufenthaltsdauer der Nutzer auf der Website.

 

 


SEO: Ranking-Faktoren werden individuell

Seit Herbst 2016 bewertet Google Websites und Suchanfragen vermehrt mithilfe von Machine-Learning-Algorithmen. Die Ranking-Faktoren differieren in der Folge bei jedem Suchvorgang; einige werden in der Folge für das Optimieren von Websites zunehmend bedeutungslos. Guter und relevanter Content sowie technische Faktoren gewinnen hingegen weiter an Bedeutung, genauso wie das Benutzerverhalten – der ehrlichste Ranking-Faktor überhaupt.

Was ist RankBrain?
RankBrain bezeichnet ein neues Teilsystem der Google Algorithmen, das mit künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen arbeitet. Die Erkenntnisse, auf denen herkömmliche Ranking-Faktoren basieren, stammen aus interner Forschung und werden in den Ranking-Algorithmen umgesetzt. Bei RankBrain hingegen findet der Erkenntnisgewinn eigenständig statt. In Ergänzung zu den bestehenden Algorithmen und zur semantischen Suche verarbeitet Google damit Suchanfragen, die noch nie gestellt worden sind, und lernt daraus für weitere Anfragen. Rund 15 Prozent aller eingehenden Suchanfragen sind laut dem Suchriesen noch nie getätigt worden. Darunter befinden sich neue Begriffe, Phrasen sowie Fragesätze.


7 SEO-Insights, die Sie kennen sollten
  1. Keywords
    Google versucht einerseits bei jeder Anfrage, die Intention der Nutzer zu deuten, statt sich auf einzelne Keywords zu fokussieren. Somit sind heute auch Topplatzierungen möglich, wenn das Keyword auf der Website nicht prominent genannt wird. Dazu ein Beispiel: Sucht ein Nutzer nach «Spielzeugtrends 2017» ist nicht mehr wichtig, dass dieses Keyword möglichst oft vorkommt, sondern dass die Intention des Nutzers befriedigt wird.
  2. Content-Relevanz
    Inhalte sind relevant, wenn sie der Intention des Nutzers entsprechen, seine Bedürfnisse erfüllen, ihm Mehrwerte liefern, sein Interesse wecken oder ihn mit interaktiven Elementen zum Bleiben verführen. Durch die semantische Analyse kann Google Inhalte verstehen und deren Qualität und Relevanz in Bezug auf die Suchanfrage einschätzen. Die Suchintentionen der Nutzer clustert Google mithilfe von Machine-Learning-Methoden, verbindet diese mit effektiven Informationen und bewertet so die Relevanz von Online-Dokumenten – alles in Echtzeit.
  3. Technik
    Inhalte müssen für Mensch und Suchmaschine leicht zugänglich sein und sich einfach konsumieren lassen. Faktoren wie Seitenladezeit, die Grösse von Dateien, interne Verlinkung, Seitenarchitektur und Mobilfreundlichkeit sind hierbei elementar. Bei Webshops ist auch die HTTPS-Verschlüsselung ein wichtiger Faktor.
  4. Nutzersignale
    Das Nutzerverhalten wird mehr und mehr zum bedeutendsten Rankingfaktor. Um die Relevanz von Websites für die Suchenden einzuschätzen, misst Google das Surfverhalten von Nutzern. Informationsquellen sind die Interaktion des Nutzers mit Suchergebnissen, Verweildauer und Verhalten auf den Zielseiten, Systeme und Programme wie Browser Chrome, Google Analytics oder das mobile Android-Betriebssystem. Aufgrund dieser riesigen Datenbasis kann das Unternehmen auswerten, ob ein Nutzer mit einem Ergebnis zufrieden ist.
  5. Nutzererlebnis
    Da die Nutzersignale wichtiger werden, hat auch das Erlebnis der Besucher einen grossen Einfluss auf das Ranking. Wenn die Website ansprechend gestaltet ist, die Navigation intuitiv, die Texte einfach zu lesen und klar in der Aussage sind, die Bilder Emotionen und Assoziationen wecken und unterschiedliche Formate wie Videos, Infografiken oder interaktive Elemente die Aufmerksamkeit der Nutzer auf sich ziehen, werden sich diese lange auf der Website aufhalten. Dies wirkt sich natürlich nicht nur positiv auf das Ranking, sondern auch auf die Markenbindung und schliesslich auf das Kaufverhalten aus.
  6. Social Signals
    Ob Shares, Likes und Tweets das Ranking beeinflussen, ist nach wie vor umstritten. Klar ist, dass Social Media eine gute Präsenz in Suchmaschinen trotzdem unterstützen, insbesondere, wenn nach dem Firmennamen gesucht wird. So rankt Google YouTube-Videos mit auffälligen Vorschaubildchen, stellt Facebook-Bewertungen als eigenes Feld dar, beschert Blogbeiträgen gute Positionen und listet auch Xing-Profile oder den Slideshare-Auftritt in den Ergebnissen auf.
  7. Backlinks
    Verweise von anderen Seiten auf die eigene Website sind für Google Hinweise auf deren Relevanz. Doch die sogenannten Backlinks (auch Linkreputation oder Linkpopularität genannt) sind heute ein Faktor unter vielen. Dabei spielt nicht die pure Anzahl, sondern zunehmend auch die Qualität der Links eine Rolle. Trotz abnehmender Bedeutung ist ein kontinuierliches Linkbuilding noch immer ein zentraler Baustein für eine gute Platzierung der Website in den Ergebnislisten der Suchmaschine. Wichtig ist, dass die Links organisch aufgebaut werden. Neben hoher Markenbekanntheit ist die beste Backlink-Strategie übrigens, hochwertigen Content zu bieten.

SEO-Strategie entwickeln
Mithilfe von strategischem SEO (Search Engine Optimization, Suchmaschinen-Optimierung) lässt sich das Ranking von Websites in Suchmaschinen nachhaltig optimieren. Dabei müssen Unternehmen definieren, in welchen Themenbereichen sie ein gutes Ranking erzielen möchten und eruieren, was Kunden in Zusammenhang mit diesen Themen beschäftigt. Dazu empfiehlt sich ein Vorgehen in vier Schritten: Webanalyse, Zielgruppenanalyse, Keywordevaluation und Contentkreation (siehe Grafik unten).


Fazit
Seit Google die Suchergebnisse mithilfe von künstlicher Intelligenz noch präziser auf die Intention der Nutzer abstimmen kann, steigen die Anforderungen an die Qualität von Inhalten. Kundenservice-Mitarbeiter, Marketingverantwortliche und Social-Media-Manager müssen miteinander sprechen und sich darüber im Klaren sein, was die Branche und die Zielgruppe beschäftigt. Reine Keywordanalysen ohne Blick auf die Zielgruppe und deren Bedürfnisse sind nicht mehr zielführend. Eine durchdachte Content-Strategie hingegen und die Bereitschaft, Zeit und Know-how in die Content-Kreation zu investieren, führen heute zu einem Top-Ranking in Suchmaschinen.

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